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Vermittlung und gesellschaftliche Akzeptanz von Ernährungsinnovationen

Projektleitung: Dr. Andreas Gundelwein, Deutsches Museum

Am 18. September 2021 hat die neue Zweigstelle des Deutschen Museums in Nürnberg geöffnet. Das „Zukunftsmuseum“ widmet sich explizit Zukunftsthemen, in Entwicklung befindlichen Technologien und zugehöriger gesellschaftlicher Akzeptanz und Konsequenzen. Im Ausstellungsbereich „System Erde“ stehen dabei Ressourcenverknappung und der Umgang mit dem Planeten im Mittelpunkt. Technische Entwicklungen zeigen Ansätze für nachhaltigeres Wirtschaften bei der Begrenzung der globalen Erwärmung, Rohstoffförderung und Materialverwertung, Energieumwandlung und der Lebensmittelproduktion.

Im Projekt „Vermittlung und gesellschaftliche Akzeptanz von Ernährungsinnovationen“ des Innovationsraums NewFoodSystems wurden für die Ausstellung in Nürnberg zwei interaktive Stationen realisiert, die zentrale Themen des Innovationsraums an die breite Öffentlichkeit vermitteln: Vertical Farming und die Entwicklung neuer Lebensmittel.

An der Medienstation „Vertical Farming“ können die Besucherinnen und Besucher im Baukasten-Prinzip eine eigene Farm zusammenstellen und so spielerisch den grundlegenden Aufbau solcher Systeme kennen lernen. Verschiedene Gebäudetypen können dabei genauso ausprobiert werden wie unterschiedliche Versorgungssysteme, die Einfluss auf den Ertrag und die Qualität der Lebensmittel haben. Die optimale Versorgung verschiedener Pflanzenarten bei einem möglichst geringen Energiebedarf steht dabei im Mittelpunkt.

© Deutsches Museum

Die Interaktionsstation „Aufgetischt“ lädt die Besucherinnen und Besucher ein, gemeinsam an einem großen „Esstisch“ Platz zu nehmen und aus 16 verschiedenen Gerichten auszuwählen. Ein Teilstück jedes Gerichts befindet sich dafür in einer Petrischale, die man sich auf den eigenen Teller legt; so wird das Gericht dahinter aufgedeckt. Spannende Informationen zu Nährstoffgehalt, Zubereitung oder auch Ressourcenverbrauch können erkundet werden. Bei den Beispielen handelt es sich um Speisen aus verschiedenen Kulturkreisen und aus Science-Fiction-Filmen unterschiedlicher Jahrzehnte sowie um neue Lebensmittel aktueller Forschungsprojekte. Frischkäse aus Lupinen, Schlangenwürmer aus dem Star Trek Universum oder Seegurken aus China konfrontieren die Besucherinnen und Besucher so mit der Frage, welche Lebensmittel sie in ihrem Ernährungsalltag akzeptieren würden.

© Deutsches Museum

Im weiteren Verlauf des Projekts werden die Reaktionen und die Rückmeldungen der Besucherinnen und Besucher zu den an den Stationen vermittelten Inhalten anhand von Besucherforschung evaluiert und in den Innovationsraum zurückgespielt. Die Analyse des Akzeptanzverhaltens leistet einen wichtigen Beitrag zur ganzheitlichen Bewertung von Entwicklungen im Innovationsraum NewFoodSystems. Das Deutsche Museum Nürnberg lädt 2022 zur Teilnahme an der Datenerhebung in der Ausstellung ein.