LacOat4Fungi – Ergebnisse
Im Projekt „LacOat4Fungi“ wird untersucht, wie bislang ungenutzte Nebenströme aus der Lebensmittelproduktion – insbesondere aus der Milchverarbeitung und der Haferdrink-Herstellung – als Nährstoffquelle für das Wachstum von Ständerpilzen (Basidiomycota) genutzt werden können. Ziel ist es, neue Wege für die nachhaltige Herstellung von Lebensmitteln wie Fleisch-, Wurst- oder Joghurtalternativen auf Basis von Pilzmyzelien zu erschließen.
Zu Beginn des Projekts wurden im ersten Schritt schnellwachsende Basidiomyceten durch ein umfassendes Screening auf Agar-Platten mit unterschiedlichen Substraten und Substratmischungen identifiziert. Die vielversprechendsten Speisepilze wurden anschließend in Submerskultur getestet. Dabei wurde ihr Wachstum und ihre Biomassebildung unter variierenden Bedingungen analysiert und es zeigte sich, dass die Biomasseproduktion mit steigendem Anteil des Milchnebenstroms deutlich zunahm, während der Proteingehalt der Myzelien insbesondere bei einem höheren Anteil an Haferokara anstieg.
Eine zentrale Herausforderung des Projekts besteht darin, die Zellstruktur des Myzels so effizient wie möglich aufzuschließen, um die darin enthaltenen löslichen Proteinfraktionen zu gewinnen. Hierbei liegt aktuell der Fokus auf der gezielten Optimierung der bestehenden Aufschlussmethoden mittels Homogenisatoren durch Variation des Myzel-Wasser-Verhältnisses sowie des Druckes und der Temperatur.
Darüber hinaus verfolgt das Projekt das Ziel, die im Labor erzielten Erkenntnisse in einen größeren Maßstab zu übertragen. Dafür wird aktuell ein Fermenter aus dem Brauwesen so umgebaut, dass eine Kultivierung filamentöser Basidiomyceten im 1.000-Liter-Maßstab möglich ist. Dieses sogenannte Up-Scaling stellt einen entscheidenden Schritt dar, um das Potenzial der pilzbasierten Proteinproduktion für eine industrielle Anwendung zu bewerten.
- Verwendung von Nebenströmen der Lebensmittelindustrie zur nachhaltigen Generierung von Lebensmitteln/Lebensmittelzutaten wurde erfolgreich demonstriert.
- Schaffung einer kostengünstigen Alternative durch den Umbau vorhandener Fermenter aus der Bierherstellung, anstatt eine teure Neuentwicklung vorzunehmen.
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