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Grassessentials: Biotechnologische Gewinnung natürlicher Aromen aus Gräsern / kommunalem Grünschnitt

Projektleitung: Dr. Agostino Biafora, Döhler GmbH

Laufzeit: 01.09.2023-31.12.2025

Seit einigen Jahren ist zunehmend der Wunsch von Verbrauchern nach natürlichen Aromastoffen in Lebensmitteln zu verzeichnen. Dass diese der Lebensmittelindustrie in ausreichenden Mengen und Qualitäten zur Verfügung stehen, ist auch hinsichtlich globaler Krisen, welche Einfluss auf die Verfügbarkeit und Lieferung nehmen können, eine große Herausforderung. Hier sind also innovative Ideen und Ansätze gefragt, um Lösungen zu finden und neue Rohstoffquellen zu identifizieren. Ein solcher Ansatz kann die ganzheitliche Nutzung von Gräsern sein. Aktuell besitzen Gräser, ob als Dauergrünflächen (Futtermittel für Nutztiere) oder auf kommunalen Rasenflächen (Grünschnitt), eine eher geringe Wertschöpfung. Allerdings bieten sie durch die Entwicklung zusätzlicher zwischengeschalteter Wertschöpfungsströme ein sehr hohes wirtschaftliches und ökologisches Potential.

Im Projekt „Grassessentials“ wird daher ein innovatives Konzept zur ganzheitlichen stofflichen Nutzung von landwirtschaftlichen Gräsern und kommunalem Grünschnitt in Kombination mit Enzymen aus Ständerpilzen zur industriellen Produktion attraktiver „grüner“ Aroma- und Riechstoffe entwickelt.

Innerhalb des Projekts wird der gesamte Prozess im Rahmen integrativer Forschung umgesetzt. Das beinhaltet zunächst die Identifizierung und Auswahl geeigneter Gräser (Rohmaterial) zur Gewinnung der Zielaromen. Das erfolgt durch eine entsprechende Zusammenarbeit mit Landwirten und Kommunen. Die eingekauften Gräser werden dann mechanischen, enzymatischen und alternativen Zellaufschlussmethoden unterzogen. Dabei werden zwar die einzelnen Zellaufschlussmethoden jeweils gesondert betrachtet, der Fokus liegt aber auf einer Kombination der mechanischen Vermahlung mit einer oder mehreren alternativen Zellaufschlussmethoden. Im Anschluss daran erfolgt eine erste Machbarkeitsstudie zur Gewinnung von Aromastoffen aus Gräsern mit anschließender Evaluierung der Extrakte durch ein geschultes Sensorikpanel. Im weiteren Verlauf wird an der Optimierung der Aromastoffausbeuten, der Standardisierung des Produktes bis hin zur späteren Skalierung in den industriellen Maßstab (inklusive Reinigung, Charakterisierung und sensorischer Bewertung) gearbeitet. Hierbei wird auch untersucht, ob die Ausbeute durch die Zugabe von gefriergetrockneten Pilzmycel zusätzlich gesteigert werden kann.

Die Projektpartner